Aspergillose beim Hund
- Alexandra Zahn
- 22. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Die Aspergillose beim Hund (oft als Nasenpilz bezeichnet) ist eine ernst zu nehmende, meist chronische Pilzinfektion der inneren Nase und der Nasennebenhöhlen. Sie wird durch das Einatmen von allgegenwärtigen Schimmelpilzsporen der Gattung Aspergillus ausgelöst und betrifft besonders häufig langnasige Hunderassen.
Es gibt zwei Formen der Erkrankung:
· Sinunasale Aspergillose: Dies ist die mit Abstand häufigste Form, bei der sich der Pilz lokal in den Nasenhöhlen und Stirnhöhlen ansiedelt.
· Systemische Aspergillose: Eine sehr seltene Form, bei der sich der Pilz über die Blutbahn im ganzen Körper (z. B. Knochen, Organe) ausbreitet. Sie tritt fast nur bei Hunden mit schwerer Immunschwäche auf, insbesondere beim Deutschen Schäferhund.
Typische Symptome beim Nasenpilz
Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und können anfangs mit einer normalen Erkältung verwechselt werden:
· Nasenausfluss: Häufig zunächst einseitig, später beidseitig, oft schleimig, eitrig oder blutig.
· Häufiges Niesen: Der Hund versucht ständig, den Fremdkörper- und Entzündungsreiz loszuwerden.
· Depigmentierung des Nasenspiegels: Die Haut um die Nasenlöcher verfärbt sich durch den aggressiven Ausfluss oft hellrosa oder verliert ihre dunkle Farbe.
· Schmerzen im Gesicht: Hunde reagieren empfindlich bei Berührungen am Fang oder Kopf.
· Atemgeräusche: Schnarchen, Röcheln oder erschwertes Atmen durch verstopfte Atemwege.
Diagnostik beim Tierarzt
Ein einfacher Abstrich reicht für eine sichere Diagnose nicht aus, da Aspergillus-Sporen überall in der Luft vorkommen. Tierärzte nutzen daher eine Kombination moderner HNO-Verfahren:
1. Computertomografie (CT): Macht das Ausmaß der Gewebezerstörung und Schleimhautveränderungen im Knochen sichtbar.
2. Rhinoskopie: Eine Endoskopie der Nase, bei der die typischen, schimmelartigen Pilzrasen (Plaques) direkt eingesehen werden können.
3. Biopsie & Gewebekultur: Entnahme von Proben zur mikroskopischen Absicherung im Labor.
Behandlungsmöglichkeiten
Homöopathische Mittel sind hier wirkungslos; es ist eine gezielte, intensive tierärztliche Therapie nötig.
· Lokale Therapie (Mittel der Wahl): Unter Vollnarkose werden die Pilzbeläge endoskopisch abgetragen (Débridement). Anschließend wird die Nase intensiv mit einer antimykotischen Lösung oder Creme (z. B. Clotrimazol) gespült oder befüllt.
· Systemische Therapie: Die zusätzliche oder alleinige Gabe von Tabletten (wie Itraconazol oder Voriconazol) über mehrere Wochen oder Monate
Prognose und Ansteckung
· Heilungschancen: Wenn die nasale Form frühzeitig erkannt wird, ist die Prognose bei intensiver Therapie gut. Bereits zerstörte Knochenstrukturen in der Nase heilen jedoch nicht nach.
· Ansteckungsgefahr: Die Erkrankung ist weder für Menschen noch für andere Tiere ansteckend. Die Infektion erfolgt ausschließlich über Sporen aus der Umwelt (Erde, Kompost, Staub).
Quelle KI WWW
Warum ich das hier schreibe? Wir haben eine kleine Odyssee hinter uns. Am Freitag den 22.06. fiel Joachim auf das Paddy Schnodder an der Nase hat. Nicht ein bisschen sondern richtig viel. Gedanke war, er hat an irgendwas geschnüffelt und daraufhin stark genießt. Trotzdem haben wir ihn ein wenig beobachtet. Da ja Pfingsten war hatte ich nur in der Tierklinik angerufen wurde dort aber vertröstet.
Da Paddy weiterhin Nasenausfluss hatte, nicht viel aber andauernd, war ich natürlich beunruhigt und wollte das geklärt haben. Unsere „normale“ Tierärztin tippte auf Fremdkörper und schickte uns gleich weiter zu den Kliniken da sie selbst keine Möglichkeiten hätte dieses zu untersuchen. Ich also versucht irgendwo unter zu kommen. Am Telefon bekam ich Aussagen von in mehreren Wochen könnte man uns helfen. Damit wollte ich mich nicht zufriedengeben und hatte schließlich die Möglichkeit in Posthausen kurzfristig einen Termin zu bekommen.
Die junge Ärztin war sehr nett, untersuchte Paddy und nahm sogar einen Nasenabstrich der auf Bakterien untersucht wurde. Da sich hier ein paar finden ließen, verschrieb sie Paddy ein Schmerzmittel mit Anti-Entzündungswirkung und entließ uns wieder.
Irgendwie hatte ich jedoch ein schlechtes Gefühl und besprach die Sache mit einer Freundin die mir eine kleine Klinik empfahl. Dort habe ich tatsächlich noch am Abend ein neuer Untersuchungstermin. Aufgrund meiner Beschreibung veranlasste der Arzt noch für den nächsten Tag einen Termin für eine Endoskopie. Er vermutete einen Fremdkörper in der Nase.
Dieses bestätigte sich leider nicht. Die Nasenwand war jedoch hochgradig verschleimt. Er entnahm eine Biopsie und verschrieb Antibiotikum. Sollten die Symptome weiterhin bestehen bleiben so müssten wir dann ein CT anstreben. Also hieß es warten. Die ganze Zeit war der Ausfluss dar, mal mehr mal weniger. Zu dem Symptom kam dann mehrere Anfälle von Rückwärtsniesen. Aufgrund der Erstickungsanfälle von Bruno damals waren das keine schönen Momente.
So verging eine weitere Woche bis wir einen Termin für ein CT hatten. Hier zeigte sich dann eine Zerstörung der Naseninnenknorpel. Das legte den Verdacht nahe das es sich entweder um einen Tumor oder besagten Nasenpilz handelt. Der Arzt hatte vorsichtshalber nochmal eine Biopsie veranlasst da häufig negative Ergebnisse vorliegen können, je nachdem wo das Gewebe entnommen wird bzw. ob befallenes Gewebe entnommen wird.
Am 15.06. hatten wir dann ein nicht 100%iges Ergebnis. Der Arzt veranlasste aber nach Rücksprache mit Kollegen das wir am 19.06. zum Nasenspülen kommen sollen.
In der Anwendung zeigte sich dann eindeutig das es sich um einen Pilz handelt. Dieser war als „Rasen“ zu erkennen. Paddy war wirklich tapfer und ließ auch hier alles über sich ergehen ohne es dem Arzt übel zu nehmen.
Nun heißt es warten! Normalerweise reicht eine Behandlung und der Alptraum ist vorbei!
Ich möchte Euch alle bitten, ACHTET auf solche kleinen Anzeichen bei Euren Hunden! Der Pilz hat Schäden hinterlassen die irreparabel sind und das in einem sehr kurzen Zeitraum. Ich hoffe wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und Paddy wird ohne Einschränkungen sein Leben genießen können.
Da ich zwischendurch an mir gezweifelt habe hatte ich ein paar Fotos gemacht die ich dem Arzt gezeigt hatte.
Bilder VOR der Rhinoskopie und der Bestätigung der Diagnose
Mittlerweile sind fast drei Wochen vergangen und es geht Paddy prinzipiell gut. Er frisst, spielt und mag auch ein wenig trainieren. Jedoch hört man öfters ein Schnoddern und er nießt relativ viel. Wobei das Nießen vorrangig auftritt wenn er von drinnen nach draußen kommt. Leider kann mir keiner sagen, ob der Ausfluss den er vermehrt aber nicht dauerhaft hat, zum Heilungsprozess gehört oder ein Wiederaufflammen des Pilzes ist. Aus diesem Grunde habe ich um einen Termin VOR dem eigentlichen Kontrolltermin gebeten. Der reguläre wäre erst nach 7 Wochen und das Internet empfehlt 3-4 Wochen. Ich habe der TA Praxis die Bilder geschickt und diese meinten auch man sollte es besser abklären.
Bilder nach 2 1/2 Wochen am späten Abend

















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